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Fortbildnerin

Mein Fortbildungsangebot

Mit Spaß die
Aussprache schulen

Sprachlernende haben entsprechend ihrer Herkunftssprache Schwierigkeiten, einzelne Laute richtig auszusprechen. Die Korrektur einzelner Laute ist jedoch zeitaufwendig und bringt oft nicht das gewünschte Ergebnis. Wie also lässt sich die Aussprache in heterogenen Lerngruppe so trainieren, dass alle etwas davon haben? Ich zeige Ihnen, wie sich spannende Phonetik-Momente in den Sprachunterricht einbauen lassen und mit welchen Übungen man so trainieren kann, dass alle einen sichtbaren Lernerfolg haben. 

Filme und Hörtexte im Sprachunterricht

Die Arbeit mit Filmen und Hörtexten, die nicht aus dem Lehrwerk stammen, macht Spaß! Aber wo findet man geeignetes Material und wie kann man es für das jeweilige Sprachniveau der Teilnehmenden aufbereiten? Ich präsentiere Ihnen zahlreiche Quellen, wo Sie geeignetes Material für Ihren Unterricht finden. Gemeinsam erarbeiten wir Möglichkeiten der Didaktisierung. Am Ende der Fortbildung wissen Sie auch, wie Sie Filme so aufbereiten, dass ihre Teilnehmer nicht nur fernsehen, sondern auch die Sprache lernen.  

Kreatives Schreiben im
DaF-Unterricht

Was man selber macht, kann man sich auch besser merken. Darum ist kreatives Arbeiten für den Sprachunterricht so wichtig. Aber wie aktiviert man das kreative Potenzial der Sprachlerner? Was lässt sich auf welcher Niveaustufe umsetzen? Wir probieren gemeinsam Techniken des kreativen Schreibens aus und überlegen uns, wie diese für den Fremdsprachenunterricht adaptiert werden können. Ich stelle Ihnen Material aus meiner Unterrichtspraxis zur Verfügung und geben Hinweise zu Quellen für Material und weitere Ideen.

Phantastik –
Erzählen zwischen zwei Welten

Literatur, die bloß vom Offensichtlichen erzählt, ist langweilig. Interessant wird es hingegen, wenn ein Text auch Erfahrungen des Unheimlichen, des nicht Erklärbaren und Wunderbaren Raum gibt. Genau das passiert in phantastischer Literatur. In dieser Art Text werden immer mehr als eine Interpretationsmöglichkeit dafür angeboten, was in der erzählten Welt der Fall ist. Manchmal konkurrieren die Erklärungsmodelle, manchmal ist es auch einfach ein Nebeneinander von natürlichen Gesetzmäßigkeiten und dem Wunderbaren. Die Frage ist: Wie lassen sich Alternativwelten erzählen? In diesem Seminar lese ich gemeinsam mit den Teilnehmer*innen phantastische Texte, um zu schauen, wie sie gemacht sind, und dann selbst zu schreiben.

Garten der Dichtung

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, wie die literarische Gestaltung von Naturerfahrung aussehen kann. In der Naturerfahrung verstehen und gestalten wir die Wirklichkeit, indem wir uns selbst mit unserem Wissen und Fühlen zu den Naturdingen in Beziehung setzen. Die literarisch anspruchsvolle Gestaltung solcher Naturerfahrung wäre somit zwar eine rein subjektive Begegnung, die aber im Prozess des Schreibens zur Reflexion auf eigene Erfahrungen und Wahrnehmungen wird. „Nature Writing“ ist der Begriff, mit dem diese Art der literarischen Auseinandersetzung mit der Natur im angelsächsischen Raum schon länger gefasst wird. Die „insistierende Betrachtung“ der Naturerscheinung, soll gerade nicht in die Verklärung münden, sondern zu einer „Relativierung unserer gängigen Sichtweisen“ führen, wie es der Literaturwissenschaftler, Gärtner und Autor Ludwig Fischer in seinem Buch „Natur im Sinn“ fasst. Das Seminar bietet theoretisch wie praktisch eine Annäherung an den Begriff und an die literarische Gattungsvielfalt: Essay, Roman, Lyrik und Erzählung.

Wissenschaftssprache
Deutsch

Viele Studienanfänger schreiben gerne Texte, korrigieren sie aber nicht. Wie vermittelt man eine kritische Haltung zum eigenen Text? Was bedeutet es, einen Text zu planen und zu überarbeiten, und wie geht man sprachlich korrekt mit den Ausgangsquellen um? Ziel der Fortbildung ist es, die Anforderungen der wissenschaftlichen Textgattungen, Protokoll, Essay, Hausarbeit zu erarbeiten. Sie erhalten außerdem zahlreiche praktische Hinweise, wie man das für diese Textgattungen notwendige textgrammatische Wissen und stilistische Können vermittelt. 

Sprachtrainerin

Mein Sprachunterricht

Ich unterrichte seit mehr als acht Jahren in Sprachkursen aller Niveaustufen. Ich kenne alle Prüfungsformate und habe selbst jahrelang von A2-C1 geprüft. Ich verfüge über ein großes Methodenrepertoire und gestalte meinen Unterricht immer interessant. Eine Stunde, in der die Sprachlernenden nicht selbst sprechen, gibt es bei mir nicht. Grammatik vermittle ich nicht allein über Regeln, sondern durch gezieltes Üben und Trainieren, sodass die Strukturen automatisiert werden. Auch die Aussprache und den Wortschatz trainiere ich durch ständige Anwendung.
Auf den höheren Niveaustufen gebe ich die Gelegenheit, sich schriftlich wie mündlich mit komplexeren Themen auseinanderzusetzen, und steigere die sprachliche Eloquenz durch teilnehmerorientierte Wortschatzarbeit und sprachstrukturelles Training. Ab der Stufe C1 trainiere ich sehr stark den schriftlichen Ausdruck und nehme mir viel Zeit für das Kommentieren und Korrigieren der produzierten Texte. Außerdem übe ich hier verstärkt den universitären oder beruflichen Kurzvortrag. 

Wortbildnerin

Leseprobe

Die Backpflaumenesserin

Es ist Nachmittag. Müde lenke ich meine Schritte zurück in den Seminarraum. Seit zehn Uhr morgens sind wir gefordert, alles aus unserem Kopf zu holen, was sich da findet. Meiner ist jetzt leer und beginnt zu schmerzen. Als ich zu meinem Platz zurückkehre, klebt ein brauner Klumpen auf meinen Unterlagen. Vorsichtig strecke ich meine Finger danach aus, um ihn zu entfernen. Da lächelt meine Sitznachbarin. Sie heißt Susi, hat einen schlaffen Teint und entblößt jetzt ihre zu groß geratenen dritten Zähne, die sie mit einem pinken Lippenstift umrahmt hat. „Die ist für dich. Du magst doch Backpflaumen?“ „Ja, Danke“, murmle ich, nehme das braun glänzende Ding und stecke es in den Mund. Meine Finger kleben und irgendwohin muss die Pflaume ja. Die Seminarleiterin will anfangen. Während ich auf dem zähen Ding herumkaue und hoffe, dass sie es nicht sieht, kommt schon die nächste Aufgabe. Bewusstseinsstrom. Wir sollen unsere Eindrücke aus der Pause festhalten und dabei alles zulassen. Ich denke nur noch Backpflaume und rufe mich zur Raison. Das kannst du nicht machen, sie sitzt direkt neben dir, kann dir aufs Papier gucken, denk an was Anderes, was war denn vorher, auf dem Weg hierher? Ah, ja, gut. Das Mädchen mit der Kinderkarre. Es geht los: Das kleine Mädchen schiebt ihren Bruder – Schmatzen neben mir. Das Mädchen schiebt ihren Bruder – jetzt Schlürfen. Kaffee auf Backpflaume. Zurück, zurück! Falscher Strom. Das Mädchen schiebt ihren Bruder in einer stylishen Dreieckskarre. Der Bruder schaut grimmig, das Mädchen zufrieden – Knistern neben mir. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Susi eine Backpflaume in die pinke Öffnung ihres Mundes schiebt. Die Kinderkarre war jedenfalls nicht pink, sondern orange. Das Mädchen lächelt, hält sich aufrecht mit heraus gestrecktem Brustbeinchen. Sie ist gerade groß genug, um zu sehen, wohin sie ihren Bruder schiebt. Das Brüderchen weiß nichts von ihrer Würde und – wieder Knistern. Ein Glück! Die Tüte ist jetzt leer. Nur noch ein paar Sätze lang Schmatzen und dann ist die Gedankeninvasion zu Ende. Aber nein, die Übung ist zu Ende. Die Seminarleiterin gibt die Aufgabe Reizwörter zu unterstreichen. Ich unterstreiche Backpflaume, Schmatzen, wieder Backpflaume, Schmatzen dabei verdecke ich mein Blatt möglichst unauffällig mit der linken Hand. Jetzt sollen wir einen Satz aus den Reizwörtern bilden. Einen Satz, den wir nachher auch allen vorlesen mögen. So, jetzt zeigt sich der künstlerische Mut. Thomas Mann konnte seinen Enkel sterben lassen und es seiner Familie vorlesen, dann kann ich auch einen Satz über diese Backpflaumenschmatzerin schreiben. Die Seminarleiterin treibt zur Eile. Es soll nichts Besonderes, kein über die Maßen toller Satz sein. Einfach nur einen schlichten, guten Satz schreiben. Was mach ich? Die Entscheidung ist gefallen: Eine Schwester schiebt ihren schmatzenden Bruder durch die Einkaufsstraße.
  



Freiheit

wann macht fühlen frei, wann ist fühlen zwang?
wie zwinge ich mich frei?
zweifel zwingen einhalt
halt ist stillstand
stillstand ist die begrenzte bewegung
bewegen bedeutet entscheiden
entscheiden ist die aufgabe der möglichkeit
die begrenzung der möglichkeit ist
die festlegung auf die mögliche freiheit.

Über mich

Dr. Anja Schwennsen
DaF-Lehrerin, Fortbildnerin und
Autorin in Hamburg

Ich habe Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und in Straßburg studiert. 2015 wurde ich mit meiner Arbeit über „Mythische Rede in der Literatur“ von Prof. Birgit Recki und Prof. Hans-Harald Müller promoviert. Über den Zusammenhang von Literatur und Philosophie denke ich in wissenschaftlicher Auseinandersetzung wie auch in eigenen literarischen Texten weiter nach.

Seit 2009 unterrichte ich in Sprach- und Integrationskursen für verschiedene Sprachinstitute und Hochschulen, vor allem für die VHS Hamburg, die Bucerius Law School und das Goethe Institut München, für das ich im Programm EU-Netzwerk Deutsch tätig war. Außerdem bin ich für die Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache als Referentin tätig.

Als Fortbildnerin und Dozentin gebe ich seit 2015 Literaturseminare, hier vor allem für die Universität Hamburg. 2019 habe ich damit begonnen, Literaturseminare zwischen Rezeption und Produktion in den Themengebieten literarische Phantastik und Nature Writing zu entwickeln, die ich zurzeit an der VHS Hamburg und dem Nordkolleg Rendsburg durchführe.

Referenzen

VHS Hamburg 

Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens

Goethe-Institut Mailand und München

Bucerius Law School Hamburg

Smith College in Hamburg

Universität Hamburg

Publikationen

Mythische Rede in der Literatur.

Mit Analysen zu
Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“ und Marcel
Prousts „À la recherche du temps perdu“
K&N:
Würzburg 2015

Literatur als philosophisches Erkenntnismodell 

Literarisch-philosophische Diskurse in Deutschland und
Frankreich., hrsg. von Sebastian Hüsch und Sikander
Singh
narr/francke:
Tübingen 2016

“Myth lost and found in Proust’s À la recherche du
temps perdu”, in:

 "Myths in crisis: The crisis of myth",
hrsg. von Antonella Lipscomb und Jose Manuel Losada

Cambridge Scholars Publishing:
Madrid 2015

News

Schreibkurse:

Vom 27. bis 29. August 2021 gebe ich einen Literatur- und Schreibkurs zum Thema „Garten der Dichtung“.
Mehr Informationen und Anmeldung über das Nordkolleg Rendsburg

Lesung unterm Kirschbaum:

Im Sommer 2021 werden wieder Autorinnen und Autoren unter dem Kirschbaum in unserem Garten lesen (Impressionen der Saison 2020).
Anmeldung: Um Anmeldung mit Namen, Adresse und Telefonnummer wird aufgrund der Hygienebestimmungen gebeten: Anja@Schwennsen.de
Ort: Wulmstorfer Ring 9a, 21149 Hamburg
Eintritt: Ein Beitrag, dessen Höhe im eigenen Ermessen liegt, wäre schön.

Mai: Am Samstag, den 29.5. las Jan Christophersen aus seinem Roman „Ein anständiger Mensch“ (Bilder).

Juni: Am Donnerstag, den 17.6. las Mareike Krügel aus ihrem Roman „Schwester“ (Bilder).

Juli: Am Donnerstag, den 29.7. Katharina Adler las aus ihrem Roman „Ida“ (Bilder).

August: Am Donnerstag, den 12.8. liest Jan Wagner seine Lyrik.

September: Am Donnerstag, den 2.9. liest Kristina Hauff aus ihrem Roman „Unter Wasser Nacht“.

September: Am Freitag, den 24.9. liest Leona Stahlmann aus ihrem Roman „Der Defekt“.

Oktober: Am Freitag, den 29.10. stellen sich drei Hamburger Autorinnen vor: Hannah Beckmann liest eine Erzählung, Anke Küpper liest aus ihrem Krimi „Tod an der Alster“, Susanne Neuffer liest aus ihrem Erzählband „Im Schuppen ein Mann“.

© Anja Schwennsen 2020
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